amnesty international Marburg
Gruppe 1136
Presseerklärung von amnesty Marburg:
60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Rückblick: 10. Dezember 1948. "Ich werde Ihnen nun die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vorlesen", sagt Eleanor Roosevelt als sie vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen tritt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist das Ergebnis eines zweijährigen Entwicklungsprozesses: In 30 Artikeln hat die UNO die Menschenrechte definiert, die jedem Menschen zustehen sollten. Das von "allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal" wird zu einem der wichtigsten Dokumente der Menschheitsgeschichte. Sie ist Grundlage völkerrechtlicher Verträge und vieler Staatsverfassungen. Alle Staaten, die sich den Vereinten Nationen anschließen, erkennen die Erklärung automatisch an. In Deutschland kann nur jede/r Fünfte ein Menschenrecht nennen. Und nur die wenigsten kennen mehr als drei Rechte. Und Sie?

Vor 60 Jahren haben die UN-Mitgliedsstaaten die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Sie umfasst 30 Artikel, in denen die Rechte eines jeden Menschen festgelegt sind: Auf Gleichheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit. 2007 hat Amnesty in 81 Staaten Fälle von Folter oder entwürdigender und unmenschlicher Behandlung dokumentiert. In 45 Staaten saßen Menschen allein aus politischen Gründen in Haft. In 24 Staaten wurden mindestens 1.252 Menschen hingerichtet. Die Presse- und Meinungsfreiheit wurde in mindestens 77 Staaten verletzt. In mindestens 23 Staaten galten Gesetze, die Frauen diskriminieren. 54 Staaten führten unfaire Gerichtsverfahren durch. Obwohl die Achtung und der Schutz der Menschenrechte seit 1948 vorangeschritten sind, bleibt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auch 60 Jahre später für viele Menschen ein uneingelöstes Versprechen. "Es ist an der Zeit, dieses Versprechen einzulösen", sagte Amnesty-Generalsekretärin Barbara Lochbihler zur Veröffentlichung des Amnesty Reports 2008.

Anlässlich des 60. Geburtstages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) am 10. Dezember 2008 sollen die Menschenrechte im Mittelpunkt stehen. Das Bewusstsein, dass jeder Mensch Rechte hat, die ihm nicht genommen werden können, ist leider ist nicht immer vorhanden. Professor Gert Sommer wird in Zusammenarbeit mit der Marburger Gruppe von amnesty international (ai) und dem Zentrum für Konfliktforschung einen Vortrag zu Menschenrechten und Menschenrechtsbildung halten. Diese Veranstaltung findet am 10.12. um 20.30 Uhr im Cafe am Grün statt. Im Anschluss an den Vortrag von Professor Sommer stellt sich die ai Gruppe kurz vor und spricht über Schwerpunkte in der Menschenrechtsarbeit. Interessierte sind am Tag der Menschenrechte im Café am Grün ab 20 Uhr herzlich willkommen.